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nördlicher Kungsleden und Lofoten 2007
multi - nördlicher Kungsleden und Lofoten 2007 - Tagebuch
Tagebuch

   So früh wie in diesem Jahr, war ich noch nie auf dem Kungsleden. Es ist Mitte Juni und die Saison beginnt erst am kommenden Wochenende. Ich möchte endlich, nach 9 Jahren, auch einmal bis Hemavan laufen.
Mit dem Flugzeug bin ich von Hannover nach Stockholm geflogen. Mit dem Zug ging es anschließend von Stockholm Centralen bis Vännäs. Die Fahrt machte richtig Spaß, klar braucht der Zug 10h, aber ein Schwede und ein Mädel saßen mit im Abteil und so verging die Zeit ganz gut, bis wir uns in die Liegen legten und schliefen. In Vännäs angekommen, stieg ich in den Bus um, um letztlich bis Ammarnäs zu fahren. Dort kam ich gegen 13 Uhr an.
In Ammarnäs gelandet, wollte ich zunächst eine Gaspatrone kaufen, damit ich die kommenden Tage gut und vor allem mit Tee und warmen Essen überstehen kann. Nachdem ich 3 Läden aufgesucht hatte, von denen nur ein Laden überhaupt Kartuschen hatte, lief ich leicht gefrustet los. So etwas war mir noch nie geschehen, ist das wirklich das Fjäll, so fragte ich mich..
Egal, es gilt zunächst 8km bis zur Aigert Stugan zu gehen, dort wird sich schon eine Lösung finden lassen, zur Not muss ich mit kalter Nahrung klarkommen.
Die Aigert Stugan erreiche ich nach ca. 2 Stunden. Es ging die gesamte Zeit bergan und ich bin ausreichend geschafft, als ich dort ankomme. Die Hütte ist geöffnet und die Wirtin erklärt mir, dass ich in der Hütte kochen kann. Ein wenig beruhigt baue ich das Zelt auf. Eine Gruppe von 37 Finnen kündigt sie mir auch gleich an. Was ist in diesem Jahr bloß los Í erst kein Gas, dann eine Gruppe von 30 Personen, prima.

Rings um die Hütte liegt noch Schnee. Es sind unter 10 Grad. Ich drehe eine Runde herum, fotografiere und unterhalte mich nochmals mit der Wirtin. Dann geht es zeitig ins Bett, ich bin müde und schlafe sehr zeitig ein.


   auf dem Weg nach Hemavan. Das Tagesziel lautet Servestugan. 19km ist die Strecke lang, und sie beginnt mit einem steilen fast einstündigen Anstieg. Die Temperaturen in der Nacht waren ziemlich tief, nahe dem Gefrierpunkt, gefroren habe ich trotzdem nicht.
Schneefelder erschweren das Vorankommen, das ist der Preis der frühen Jahreszeit.
Das Vorankommen ist dann doch schwerer als erwartet, nach 3h habe ich gerade einmal 10km geschafft und ein wenig demoralisiert mache ich mich nach einem kleinen Mittagssnack gegen 13Uhr auf den weiteren Weg.


   Die Serve erreiche ich gegen halb 4. Ich geh in die Schutzhütte und heize erst einmal ein. Später tauche hier auch die Finnen auf. Ein wenig fühle ich mich beobachtet. Ich entscheide morgen eine Doppeletappe zu marschieren und somit die kommende Hütte nur zur Mittagsrast zu nutzen, so bin ich zwar ziemlich schnell unterwegs, kann mich jedoch abseits einer so großen Gruppe erholen.

Tagebuch - Schweden, Norwegen - Kungsleden und Lofoten28km gilt es heute zu bewältigen. Folglich stand ich zeitig auf, erwärmte Wasser mittels des Ofens und viertel 9 war ich bereits unterwegs. Zunächst ging es an einem Bach entlang, später mal wieder hoch und plötzlich sah ich ein junges Ren. Ich stelle den Rucksack ab, nehme die Fotoausrüstung und bedanke mich innerlich bei Manitou für den Gegenwind. So kann ich bis auf 10m an die Rentiere heran, ohne dass sie mich entdecken. Es ist beeindruckend, wie eine kleine Gruppe dieser Tiere hier beisammen steht und frisst.
Kurz darauf bereits die nächste Begegnung mit wilden Tieren. Dieses Mal sind es 2 Vögel. Irgendwie muss der Weg sehr nahe am Nest eines Weibchens vorbeiführen. Aufgebracht greifen mich diese zwei Vögel an, ich glaube es gar nicht und fühle mich an den gleichnamigen Film erinnert. Ich hebe die Wanderstöcker hoch und schreie. Es hilft nichts. Ein Zwischensprint zeigt mir, dass diese Vögel in der Luft einfach schneller sind als ich. Immer wieder stürzen sie sich auf mich herunter um kurz vor mir abdrehen. Nach einer viertel Stunde ist der Spuk vorbei. Ein Glück!


   Nach dieser spannenden Situation geht es normal weiter, auf und ab und gegen Mittag war ich an der Tärnasjö Stogurna. Ich esse 2 Scheiben Knäckebrot und schaue mich ein wenig um, dass geht es bereits weiter.
Der folgende Weg sieht auf der Karte leicht aus Í immer am Ufer des Sees entlang. Im Juni stellen sich dem Wanderer jedoch noch jede Menge Schneefelder in den Weg. So werden die Schuhe langsam feucht und die Schritte fallen immer schwerer. Nach einer ganzen Weile bin ich an einer Stelle, an der es mehrere Brücken zu überqueren gilt. Nun sollte es nur noch eine gute Stunde bis zur Syterstogurna sein Í leider eine Stunde bergan.
An der Hütte angekommen, bin ich begeistert, was für eine Lage. Am Fuße des Sytertoppen und doch oberhalb der Baumgrenze ergibt sich ein toller Blick. Hier möchte ich noch einmal her, stelle ich zufrieden fest.


   Der nächste Tag beginnt beeindruckend. Die Sonne scheint, was ich bereits durch Fenster sehe. Neugierig springe ich auf und stürze aus der Hütte. Was für ein Wetter. Ich beeile mich Fotos zu machen und auf den Weg zu kommen. Der Sytertoppen reizt mich, die Schneesituation rät mir jedoch Abstand von einer Besteigung zu nehmen.

Der Weg von der Syterstogurna gen Hemavan beträgt 23km. Eine Strecke, die ich eigentlich schaffe möchte. Der Schnee ist gefroren und somit komme ich morgens gut voran, ohne zu tief einzusinken. Leider ändert sich die Situation nach einer Stunde, dass die Schuhe bald wieder nass sind.
Im Schnee gibt es viele rote Stellen, was ich seid Tagen beobachtete, heute begreife ich, dass die Rens hier ihre Kleinen bekommen haben.
Ich bin zum Mittag den der Viterskalet. Hindurch durch das Syterbäcktal bekamen die Schuhe nochmals den Rest. Es gab fast keine schneefreie Stelle und ich bin glücklich, als ich lese, dass es nur noch 11km bin zum lang ersehnten Ziel sind.
Es ist 15Uhr am 18.Juni 2007, endlich habe ich jenen für mich so magischen Punkt erreicht. Seid 9 Jahren versuchte ich immer und immer wieder hierher zu gelangen. Mal kam die Hüfte, mal das Knie und einmal ein Schleimbeutel am Schienenbein dazwischen. Nun habe ich es geschafft. Es ist schade, in diesem Moment allein zu sein.


   Ich gehe in den Ort und suche die Herberge. Zu meiner Bestürzung ist sie Sonntags geschlossen. Was nun. Also weiter nach Mo I Rana in Norwegen. Ich hole noch eine Kartusche mit dem Gas, das ich brauche und nehme dann den Bus nach Norwegen. Ein wenig zu schnell verlasse ich also wieder Schweden. Kaum angekommen in Hemavan bin ich auch schon wieder weg.

Nachdem ich also Hemavan mit dem Bus verlassen habe, erreiche ich Mo I Rana am Abend. Ich muss erfahren, dass es keine Herberge gibt. Ich finde eine Nachtstätte in einer Pension. Ich dusche, was notwendig ist, rasiere mir die Haare aus dem Gesicht und fühle mich bald ein wenig besser.
Ein Spaziergang durch die Stadt zeigt mir, dass diese Stadt in den letzten Jahren eine große Entwicklung genommen hat, somit hielten sich die Sehenswürdigkeiten in Grenzen.


   Der folgende Tag ist durch Bahnfahren und Warten gekennzeichnet. Der Zug nach Bodo geht erst Nachmittags, so schau ich mir nochmals die Stadt an, schreibe Postkarten und finde in der öffentlichen Bibliothek die Möglichkeit kostenlos zu surfen. Die Bahnfahrt dauert ein paar Stunden. Sie führt durch unwirkliche Hochebenen und man kann sich kaum vorstellen, weiter nördlich eine schöne Landschaft zu entdecken. In Bodo angekommen, nehme ich mir wieder ein Hotel Í es wird zwar nicht preiswert, aber da die Fähre morgen zeitig geht, möchte ich nicht zu weit vom Hafen übernachten.

Am Nachmittag erreicht die Fähre, heute am 19.Juni, Moskenes. Da ich nicht mehr sicher bin, wie weit es bis Reine ist, nehme ich den Bus. Es sind nur ein paar Kilometer, aber egal. In Reine angekommen, entdecke ich den Laden, in dem wir vor 10 Jahren eine große Tüte Obst geschenkt bekommen hatten. Der Laden hat sich vollkommen verändert. Das Wetter ist schlecht und so bin ich unentschieden, wie es nun weitergehen soll. Ich steige mit dem Rucksack auf den Reinebringen. Trotz der tief hängenden Wolken ist die Aussicht OK, der Aufstieg ist anstrengend und so versuche ich oben ein wenig länger zu bleiben. Nach 20min ist jedoch alles gesehen Í so geht es wieder bergab.

Zurück in Reine, versuche ich eine Unterkunft zu finden. Das ist schwieriger als ich dachte. Ich erhalte dann ein Bett bei Privatleuten, was nicht die schlechteste Sache war. Es gab einen Wasserkocher, eine Sitzecke Í nur mein Zimmer war immer kalt.
Tags darauf mache ich eine Wanderung am Djupfjord entlang nach Sorvagen. Die Temperaturen sind immer noch tief und die Aussicht relativ schlecht. Wenige Menschen begegnen einem auf dieser Tour, so kommt man relativ schnell an sein Tagesziel. Ich vervollständige die Strecke, indem ich an der Straße entlang zurück nach Reine laufe und mir dann Gedanken über den kommenden Tag mache Í eine weitere Wanderung von Reine aus, fällt schwer, es sei denn, man hat ein Auto dabei.


   21.Juni 2007. Was für ein Wetter. Die Sonne scheint und ich bemühe mich rechtzeitig an der Anlegestelle zu sein, von wo aus das Boot nach Kjerkfjorden fährt.
Bereits das Warten steigert die Neugierde. Die Berge und die Häuser spiegeln sich im Meer und dann um halb 11 ging es dann los zu einer 30minütigen Fahrt in eine Welt, die man so nicht alle Tage sieht.
In Kjerkfjord angekommen, beginnt der Tag mit einem Aufstieg. Auf dem ersten Sattel angekommen, bietet sich ein traumhafter Ausblick zurück. Ich pausiere kurz um festzustellen, dass es anschließend wieder bergab geht, bevor ein wirklicher Aufstieg bevor steht. Der Weg dort hoch ist schwierig. Das Duschschreiten des Tales fällt schwer, da das Gras tief ist und jede Menge Morast das gehen aufhält. Dann geht es also wieder bergan, steil Í die Sonne scheint. Ich gönne mir keine Pause, da ich oben zu Mittag essen möchte. Ich ärgere mich meinen Platypus nicht mit Wasser gefüllt zu haben Í so wird es die nächste Stunde sicher ganz schön hart.
Punkt 1 bin ich dann oben und ich bin froh, hier oben mein Mittag zu mir nehmen zu können. Es weht ein steter Wind, aber hinter ein paar Felsen geklemmt, genieße ich eine Bifi und Knäckebrot. Zum Abschluss gibtÉs noch einen Riegel. Jede Menge Fotos mache ich hier oben. Bis Ramberg kann man schauen, was mir Angst macht, da ich bis dort noch laufen muss. Der Tag wird lang, das wird mir in diesem Moment bewusst.
Ramstadt erreiche ich spät am Abend. Nachdem ich den normalen Teil der Wanderung hinter mir habe und an der Selfjordhytta ankomme, muss ich feststellen, dass von hier ganz sicher kein Bus nach Ramberg fahren wird. Ich laufe also einfach weiter, keine Vorstellung davon, wie sehr sich die Strecke noch ziehen wird. Wieder bereue ich, kein Wasser zu haben. Zwar gabÉs unterwegs immer wieder Bäche, doch ich wollte ja eigentlich den Bus nehmen...
So trotte ich denn los, passiere Krystad, Fredvang und dann bin ich endlich in Ramberg. Ich baue das Zelt auf, nehme eine Dusche, die ich mit einem 1 Euro Stück überliste (10Kronen hab ich nicht), es gibt noch was zu essen und kurz später liege ich fertig im Zelt.


   22. Juni 2007. Die Nacht war erstaunlich gut. Ich frühstücke in der Küche des Zeltplatzes und gehe dann in Richtung Bushaltestelle. Eine richtige Haltestelle gibt es nicht, man soll den Bus einfach anhalten, so sagt man mir. Nun ja, nachdem ich es bei ca. 10 Bussen versucht hatte, kommt auch endlich der Linienbus und bringt mich bis Kabelvag (Vagan).
Es gibt hier so etwas wie einen Marktplatz, da die Sonne scheint, nehme ich auf einer Bank Platz und mache Mittag. Anschließend geht es noch auf den Hausberg, von dort aus in ein Cafe, wo ich meine Mails checke, dann zum Zeltplatz nach Sandviken. Ein ruhiger Tag, jedoch habe ich keine Muße mehr auf große Strecken.

Die kommenden 2 Tage sind ruhig. Da das Wetter nicht besonders ist und es teilweise regnet, gehe ich täglich nach Svolvaer. Dort bleibe ich dann auch für eine Nacht direkt am Wasser. Ein Bootstrip zum Trollfjord gibt mir einen guten Abschluss dieser Reise.


   Am 27.Juni geht es dann von Bodö via Oslo, Kopenhagen zurück. Die Tage bis dahin habe ich nichts mehr angestellt. Von den Lofoten nach Bodö bin ich geflogen. Leider war die Aussicht nicht ganz so toll, wie ich es erhofft hatte. Davon abgesehen, flog die Maschine nicht so nah an den Inseln entlang, wie ich es gehofft hatte.
In Bodö selbst lief ich noch ne Runde um den Ort herum. Ich bin froh wenn ich wieder daheim bin.



 
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