Home
Europa
Deutschland
Wanderungen auf dem Harzer Hexenstieg
Europa
Deutschland
Wanderungen auf dem Harzer Hexenstieg | Wanderungen auf dem Harzer Hexenstieg |
![]() Tagebuch Das Sturmtief Emma hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da ich Angst hatte in den Staulagen des Harzes gar zu nass zu werden, habe ich meine Wanderung auf dem Harzer Hexenstieg um ein paar Tage verschoben, zudem starte ich nun in Thale. Hotel Bodeblick - Treseburg 06.03.08 Es ist dreiviertel sieben und ich bin gerade in Treseburg angekommen. Ich sitze in der Wirtschaft und der erste Schluck Bier hat bereits Wirkung hinterlassen. Da ich in Rogätz erst spät loskam, startete ich entgegen meiner Planung in Thale. Halb 5 gings los und bereits zu diesem Zeitpunkt schwebte Dunkelheit überm Bodetal. Ich schreite weit aus ohne zu überdrehen und komme zügig voran. Vorbei am Bodekessel geht es gen Treseburg. Als es noch 2,5km sind, hat sich die Dunkelheit bereits ins Tal gelegt und mein Magen hat sich auch bereits gemeldet. Nach knapp 2 Stunden sehe ich dann die ersten Lichter des Ortes. Ich bin froh anzukommen, laufe ich doch so langsam Gefahr die Unwegsamkeiten nicht mehr erkennen zu können und um mich irgendwann hinzulegen. Das Hotel Bodeblick liegt am Ende des Ortes und das Holzfällersteak war gut. Nun trinke ich sicher nur noch mein Bier aus und gehe aufs Zimmer. Ich brauche eine Dusche und alt wird ich heute sicher auch nicht mehr. ![]() Der Kräuterhof - Drei Annen Hohne 07.03.08 Es war halb fünf, als ich heute hier nach 32 Kilometern ankam. Der Tag begann recht locker, Emma hatte mir zwar ein paar Fichten in den Weg gelegt, nach deren Passierung ich dann die Stöcker zur Hand nahm um weiter durchschreiten zu können. Ich ließ schnell Altenbrak und Wendefurth hinter mir, dann ging es erstmals aufwärts. Das ich mich in Neuwerk gegen das Mittagbrot in einer Gaststätte entschieden habe, bereue ich bald, da der Weg am Ortseingang von Rübeland sofort abbiegt und den Ort meidet. Als ich den Anstieg geschafft habe, mach ich Pause um ein wenig was zu mir zu nehmen (es gibt Äpfel, Bifi und ein trocknes Brötchen, dazu Müsliriegel). Anschließend geht es gen Königshütte, es sind gute 8km und es geht abschließend an einem Stausee vorbei. Alles in allem ist es auch hier recht flach, erst kurz hinterm Königshütter Wasserfall beginnt der Weg anzusteigen. Die Beine machen sich auf den letzten Metern nach Drei Annen Hohne gut bemerkbar und so bin ich froh, als ich durch die Bäume hindurch die Häuser der Siedlung erkenne. Ich übernachte im Kräuterhof, was ganz hübsch ist. Gleich geht es noch zum Abendbrot, dann schlaf ich sicherlich früh ein. ![]() Pixhaier Mühle - Buntenbock 08.03.08 Ich kann es also doch noch. Irgendetwas zwischen Marathondistanz und ein paar Kilometern mehr, das ist die Strecke zwischen Drei Annen Hohne und der Pixhaier Mühle. Fast 10 Stunden war ich für die Strecke unterwegs. Anfangs ging es gleich bergan dem Brockenmassiv entgegen. Ich passierte den Trudenstein, die Spinne, den gelben Brink und Ahrents Klingt. Nach ca. 2 ½ Stunden war ich dann auf dem Brocken. Die dichten Wolken konnten ein wenig die Laune verderben, aber manchmal kam doch ein Stück blauen Himmels raus. Beim Brockenwirt esse ich eine Bratwurst und trinke einen Tee. Der Abstieg führt dann über den Goetheweg, er ist zum Grossteil schneebedeckt, erst nach dem Eckerspung wird das Laufen leichter, da man weniger wegrutscht. Da der Hexenstieg Torfhaus nur streift, verzichte ich auf eine Einkehr und gehe über den Magdeburger Weg direkt gen Harzer Wasserregal (Grabensystem zum Entwässern von Gruben, als auch zum Antreiben von Wasserrädern). Nun ist das Gehen einfach, folgt man doch stets dem Dammgraben an dem es keine spürbaren Höhenunterschiede gibt. Am Förster Ludwig Platz ist der Stempel geklaut worden, da die Sonne nun scheint, mache ich eben Fotos. Anschließend geht's vorbei an Altenau gen Sperberhaier Dammhaus - das 7.5km-Schild lässt mich innerlich kotzen, kurz darauf lege ich jedoch einen Zahn zu und bin gegen halb 5 dort. Zu meiner Enttäuschung kann man hier nicht nächtigen, was bedeutet zurück nach Altenau oder voran gen Clausthal Zellerfeld. Ich entscheide mich voran zu schreiten. Die Pixhaier Mühle soll nach weiteren 10km das Tagesziel sein. Ich esse schnell eine halbe Tafel Schokolade und wie leicht benebelt geht's voran. Gegen halb sieben bin ich dann hier. Da ich essen muss, gehe ich essen Í Appetit hab ich nicht mehr. Es schmeckt sicherlich, aber eigentlich will ich nur ins Bett. daheim 09.03.08 Der Muskelkater ließ mich auch diese Nacht nicht wirklich gut schlafen, ständig bin ich wach und sicherlich verziehe ich schlafend vor Schmerz das Gesicht.Nachdem nun gestern wirklich die Königsetappe auf dem Plan stand, war der heutige Weg nach Osterode die reine Kür. Ca. 11km trennten mich noch von Osterode, am Bärenbrucher Teich treffe ich ein Pärchen, welches gezeltet hat. Ich empfehle den Förster Ludwig Platz für die nächste Nacht und gehe den breiten Waldweg weiter. Am Mangelhalber Tor sind es noch immer 6km, anschließend kommt der Eselsplatz, es ist alles ziemlich unspektakulär, aber nicht so schlimm, es ist der letzte Tag und zum Auto muss ich irgendwie auch noch. Selbiges erledige ich indem ich ein Taxi ab Osterode nehme. 80 Euro darf ich zahlen, aber das ist mir heute egal, der Zug hätte mich 4 Stunden Zeit gekostet, die ich nicht mehr irgendwo rumsitzen möchte. So bin ich gegen halb 2 am Auto, es steht noch da und ich bin stolz den Harzer Hexenstieg gegangen zu sein. Sicherlich komme ich wieder, ich möchte einmal auf dem Brocken übernachten. |






daheim 09.03.08 Der Muskelkater ließ mich auch diese Nacht nicht wirklich gut schlafen, ständig bin ich wach und sicherlich verziehe ich schlafend vor Schmerz das Gesicht.