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über den Radauwasserfall auf den Brocken
Deutschland - über den Radauwasserfall auf den Brocken - Tagebuch
Tagebuch

 16.02.08  Vollkommen ungeplant fand ich mich gegen die Mittagszeit heute auf dem Brocken wieder. Was als einfache Tour im Harz geplant war, endete mal wieder dort, wo ich schon des Öfteren aufgeschlagen bin - auf dem Brocken, dem Berg, der wohl am meisten Symbol für die deutsche Teilung als auch Wiedervereinigung ist. Passend, dass die heutige Wanderung im ehemaligen Westen begann, auf der Eckertalstaumauer die ehemalige Grenze überschritt um dann im Osten beendet zu werden.


Deutschland - über den Radauwasserfall auf den Brocken - Tagebuch   Es ist Samstag und eigentlich bin ich noch recht müde, als ich nach Bad Harzburg fahre. Irgendwo auf dem Weg nach Torfhaus soll auf der rechten Straßenseite ein Parklatz sein. Er ist tatsächlich da und gegenüber liegt auch gleich der künstlich angelegte Radaufall. Toll, ich muss nicht ewig suchen, wo es losgeht, wie es sonst so oft im Harz vorkommt. Ursprünglich soll mich der Weg mein Weg zum Molkenhaus führen und dann in Richtung Eckerstausee führen. Nachdem ich den Wegweiser "10km zum Brocken" sehe, komme ich ins Wanken - vielleicht geh ich meine Runde ja anders herum und halte mir so die Möglichkeit offen doch zum Brocken zu wandern.


   An der Luisenbank vorbei geht es nun zum Eckerstausee, der Kaiserweg ist bereits überquert und so langsam bin ich überzeugt, den noch in der ferne liegenden Berg zu erklimmen. Ich trage mein neues langärmliges Falkehemd unter dem Softshell, was auch bei Temperaturen um die -5 Grad noch ausreichend ist. Bei Sonnenschein führt der Weg über die Staumauer der Eckertalsperre und am Ostufer des Stausees erstaunt es mich, wie viele Menschen heute doch unterwegs sind. Der Weg zweigt ab in Richtung Schafensteinklippe, vorbei an einer Rangerstation und dann auf dem Heinrich Heine Weg bis hinauf auf die höchste Erhebung Norddeutschlands.

Deutschland - über den Radauwasserfall auf den Brocken - Tagebuch

   Die letzten 5km geht es auf einem ehemaligen Grenzkontrollweg entlang. Betonplatten dienen als Wegunterlage, was das gehen nicht wirklich angenehm erscheinen lässt. Des weiteren bilden sich ziemlich viele Vereisungen auf dem Weg und man muss sich beim gehen konzentrieren um nicht die schmerzhafte Erfahrung des direkten Bodenkontaktes zu erleben. Kurz bevor man das Brockenplateau erreicht quert man noch die Harzer Schmalspurbahn. Pfeifend rauscht sie vorbei und dann habe ich es endlich geschafft. Am Bahnhof, will ich eine Bratwurst vom Grill essen, muss jedoch feststellen, dass der Grill zu dieser Jahreszeit nicht brennt. Ich entscheide mich also eine Erbsensuppe mit Bockwurst zum Preis von 4 Euro 50 zu mir zu nehmen, trinken den Kräutertee aus meiner Thermoskanne und nach einer kurzen Runde über den überfüllten Berg, samt Menschen mit jediglicher mehr oder weniger bergtauglicher Kleidung, entscheide ich mein Ziel in der Flucht zu suchen.


Deutschland - über den Radauwasserfall auf den Brocken - Tagebuch   Beim Absteigen treffe ich einen Trapper - mein Fotoapparat entscheidet sich leider, Pferd, Hund und Mann nur verschwommen aufzunehmen, aber ein toller Anblick war es allemal. Es geht vorerst den selben Weg wie hinauf wieder hinab. Kurz vor dem Eckerstausee entscheide ich mich für die Umrundung des Sees. Leider führt der Weg am Nordufer nicht mehr in Ufernähe entlang, so ist es ein wenig langweilig, was das Westufer jedoch wieder rausholt. Planken führen hier durchs Moor und alsbald ist man auch wieder direkt am Wasser, welches gefroren die Sonne reflektiert. An der Staumauer schwenke ich dann wieder auf den Herweg ein. Noch einmal ca. 30 bis 45 Minuten sind es bis zum Auto, dann ist diese ca. 22 km lange Strecke beendet. Der Wagen steht noch da. Ziemlich fertig, aber extrem glücklich trinke ich einen Tee, stopf mir eine Banane in den Mund und mache mich auf den Heimweg.



 
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